Jubiläumsinterview mit den beiden Geschäftsführern der Gess Group:

Die Gess Group hat sich einen Namen gemacht. Im letzten Jahr bekamen Sie das Focus-Siegel in den Kategorien „Professional Search“ und „Zeitarbeit“. Beim Ranking der Personaldienstleister kamen Sie 2015 und in diesem Jahr beim Rhein-Wupper-Manager auf Platz 1. Und dann landeten Sie im Focus in diesem Jahr noch auf Platz 4 als „Bester nationaler Arbeitgeber“ in der Kategorie mittelgroße Dienstleistungsunternehmen.

Christian Schmalen: Über dieses Focus-Siegel haben wir uns ganz besonders gefreut, denn die Gess Group ist unter den Top 5 der erste Personaldienstleister, der bei den Arbeitnehmern punkten konnte. Für das Ranking wurden Beschäftigte aus über 2.000 Firmen über ein Online-Access-Panel, auf Xing sowie auf der Karriereplattform kununu befragt. Das Ergebnis zeigt uns, dass wir mit unserer Strategie, Fachkräfte zu guten Konditionen zu vermitteln, richtig liegen. 

 

Die Gess Group feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum. Ursprünglich von Iris und Wolfgang Gess gegründet, wurde das Unternehmen 2010 von einem privaten Investor übernommen. Seitdem gibt es nicht nur neue Niederlassungen, sondern auch Zukäufe. Im Jahr 2011 kamen Best Job Consulting und Best Job IT zur Gruppe hinzu. Sie haben mittlerweile 19 Niederlassungen von Hamburg bis München. Wie verkraftet ein gewachsenes Unternehmen eine solche Expansion?

Christian H. Schneider: Das ist für kein Unternehmen, gleich welcher Branche, ein leichtes Unterfangen. Die Hauptaufgabe besteht bei einer solchen Buy and Build-Strategie darin, einen gemeinsamen Nenner mit den neuen Partnern zu finden. Denn die inhabergeführten Unternehmen, die zu einer Gruppe hinzukommen, haben auch ihre Wurzeln und ihre eigenen Geschäftsstrategien. Um einen gemeinsamen Weg zu finden, haben wir in der Gess Group ein eigenes Leadership-Programm durchgeführt, was für ein Unternehmen unserer Größe eher ungewöhnlich ist und für einen Personaldienstleister ohnehin. Unser Ziel dabei war es, gemeinsame Unternehmenswerte festzulegen, hinter denen alle Geschäftsführer stehen. Werte, die wir unseren Mitarbeitern vorleben und an denen uns unsere Kunden messen können.

 

Sie sind als Gruppe in den letzten Jahren expandiert. Die Mitarbeiterzahlen sind gestiegen und der Umsatz kletterte – entgegen dem allgemeinen Wirtschaftstrend – im zweistelligen Bereich nach oben, zuletzt um fast zehn Prozent. Wie sehen Ihre Zukunftspläne für die Gess Group aus?

Christian Schmalen: Volumen ist schön, aber eben nicht alles. Wir möchten vor allem nachhaltig wachsen. Das heißt, dass wir weitere Niederlassungen nur dann gründen, wenn Bedarf da ist. Und vor allem sollten schon Mitarbeiter vor Ort sein. Wir bauen lieber eine Niederlassung um einen guten Mitarbeiter herum, als für eine Niederlassung einen geeigneten Mitarbeiter zu suchen. Nur so können wir sicher sein, dass der Standort auch erfolgreich sein wird. 

 

 

Welche Gründe könnten aus Arbeitnehmersicht dafür sprechen, sich von der Gess Group einstellen zu lassen?

Christian H. Schneider: Das hängt immer sehr von der persönlichen Situation ab. Viele Arbeitnehmer nutzten die Zeitarbeit, um nach Eltern- oder Pflegezeiten wieder einzusteigen. Langzeitarbeitslosen helfen wir in den Arbeitsmarkt, indem wir ihre Bewerbungsunterlagen optimieren und sie für Vorstellungsgespräche trainieren. Und was eine ganz neue Entwicklung ist: Von der Generation Y, denen es nicht in erster Linie um ein dickes Gehalt geht, werden wir immer mehr als eine Art Reisebüro für die berufliche Zukunft genutzt. Diese jungen Menschen wissen, dass wir viele Unternehmen sehr gut kennen und eine konkrete Vorstellung davon haben, wie diese ticken. Außerdem ist ein Zeitarbeitsjob bei einem Traumunternehmen, bei dem man gerne arbeiten möchte, sicher die Alternative zu einem schlecht bezahlten Praktikum.

Christian H. Schneider & Christian Schmalen

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